Burgruine Prandegg in der Gemeinde Schönau
 


Die Burgruine Prandegg erhebt sich über dem Tal der Waldaist im Rande des einstigen Nordwaldes. Die um 1200 vom Ministerialiengeschlecht der Prandtner errichtete Burg sicherte die Besitzrechte des Klosters St. Emmeram in der Region zwischen Aist und Naarn. Prandegg zählt zu den größten Burganlagen des Landes. In alten Urkunden wurde das Schloss als „stark und wohlversehen, die Gemächer als sommerlich, luftig und licht“ geschildert. Im 18. Jahrhundert setzte der Verfall ein. Noch erhebt sich der markante Rundturm, von dem aus sich ein Panoramablick bis zu den Alpen hin erschließt. Gewölbereste der einstigen Burgkapelle blieben erhalten. Der Ruine vorgelagert ist der ehemalige Meierhof, der als Burgtaverne zur Einkehr einlädt. Ein Burgmuseum thematisiert das Verhältnis zwischen adeliger Grundherrschaft und den bäuerlichen Untertanen. Eine Freiluftarena bietet Raum für kulturelle Veranstaltungen. Ruine, Meierhof, ehemaliger Turnierplatz mit Arena bilden ein eindrucksvolles Ensemble.



Ruine Ruttenstein


Der Baubestand der Hochburg deutet auf eine Bauzeit in die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts hin und dürfte eine Gründung der Grafen Clam-Velburg sein. Bereits 1160 wurde die Burg als „castrum Rotenstein“ mit bambergischem Besitz erwähnt. Eine Reihe von bekannten Geschlechtern (Habsburger, Kapeller, Wallseer, Lichtensteiner, ua) waren in der Folge durch Erbschaft, Verpfändung oder Kauf im Besitz dieser Burg. Seit 1823 sind die Herzoge von Sachsen Coburg und Gotha Eigentümer von Ruttenstein.
Die mächtige Anlage diente hauptsächlich als Rodungsburg aber auch bei Angriffen von Plünderern als Zufluchtsort für die Bevölkerung. Mitte des 16. Jahrhunderts war die Anlage nach rund 200-jähriger Bauzeit bereits wieder baufällig. 1594 richten ein Brand und danach Blitzschläge weitere große Schäden an. Seit 1999 arbeiten Gemeinde und Erhaltungsverein intensiv an der Sanierung.